Respektvoller Umgang von Beginn an – Tipps für den Alltag 3
Ulrike Berndorfer |
Wie Eltern ihr Kind unterstützen können, seine Hörgeräte und Implantate zu akzeptieren und zu nutzen.
| Hören ist etwas Spannendes |
Kind freuen sich über die gemeinsame Begeisterung, wenn die Hörgeräte eingesetzt werden: „Das ist toll, jetzt hörst du etwas! Das ist schön!“ Die positive Stimmung während des Einsetzens überträgt sich auf das Kind und es verbindet die Hörhilfen mit Freude, Zuwendung und Bestätigung. Unterstützend kann ein Lied oder Fingerspiel beim Einsetzen der Hörhilfen gesungen werden. Kinder lieben Musik und hören aufmerksam zu. Es verbindet dieses Ritual mit einem spannenden und angenehmen Erlebnis und erwartet das Hörerlebnis mit zunehmender Wiederholung.
| Positive Erfahrungen stärken den Umgang mit der Sinnesbeeinträchtigung |
Bei AkustikerIn, Arzt oder Ärztin, LogopädIn und anderen Fachleuten: Der Fokus liegt auf den Ohren Ihres Kindes. Dem Kind wird dabei viel Vertrauen abverlangt! Es braucht Einfühlungsvermögen, Zeit und positive Erfahrungen, um dieses Vertrauen aufzubauen. Unterstützen Sie das Kind in der Vorbereitung auf diese Termine: machen Sie Fotos und besprechen Sie mit dem Kind, welches Vorhaben geplant ist. Eine selbst gestaltete Erlebnismappe mit Fotos hilft, Erfahrungen zu versprachlichen, Gefühle zu benennen. Das Kind wird eingeladen darüber zu erzählen und kann dies mit anderen Familienmitgliedern und Freunden teilen. Im Spielzeugsektor gibt es Puppen und Kuscheltiere, die mit einer Hörhilfe ausgestattet sind. Im Rollenspiel kann das Kind Situationen nachspielen und in die Rolle des Arztes oder Akustikers treten.
Bilderbücher zum Thema Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit laden zum Lesen und Erzählen zu diesem Thema ein.
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| Rücksichtsvoller Umgang mit der Hörwahrnehmung |
Jedes Abnehmen unterbricht für das Kind die Hörwahrnehmung der Umgebung. Für hörende Personen ist diese Empfindung schwer nachvollziehbar, denn diese können ihren Fernsinn nicht „abschalten“. Umso bedeutungsvoller ist der rücksichtsvolle und sensible Umgang mit Menschen, die durch eine Hörhilfe gezielt hören lernen. Das Kind braucht einen kurzen Hinweis, bevor die Hörhilfe aufgesetzt wird, damit es sich emotional auf das Hören vorbereiten kann. Dies gilt ebenso beim Abnehmen der Hörhilfe, um zum Beispiel die Geräte zu überprüfen oder den Akku zu tauschen. Eine Geste zum Ohr oder das Zeigen der Hörhilfe vor dem Aufsetzen gibt dem Kind die Information, dass Hörerlebnisse folgen.
Bildquellen
- -Flip_Schrift_aktuell: BB Linz
